Dienstag, 4. Oktober 2011

dodo - Geschichte Réunions

http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Réunions

Am 25. Juni 1638 wurden die Maskarenen erstmals formell von Frankreich beansprucht. Eine zweite formelle Inbesitznahme erfolgte am 29. Juni 1642, als die Franzosen bei Saint-Paul erstmals auf Réunion landeten.

1646 wurden zwölf Meuterer aus Fort Dauphin, einem kleinen Handelsstützpunkt auf dem Seeweg nach Indien im Süden Madagaskars, für drei Jahre auf Réunion ausgesetzt. Am 7. September 1649 wurden sie nach Fort Dauphin zurückgebracht, wobei , Berichten zufolge, einige der Verbannten nur widerwillig zurückkehrten.

Die verlockenden Beschreibungen der zurückgekehrten Meuterer lenkten das Interesse des französischen Gouverneurs auf Madagaskar, Étienne de Flacourt, auf die Insel. Mit dem Schiff Saint Laurent nahm er Réunion zum dritten Mal in Besitz und gab ihr dem französischen Königshaus der Bourbonen zu Ehre den Namen Île Bourbon („Insel Bourbon“). Er ließ vier Färsen und einen Stier auf der Insel zurück; ansonsten blieb die Insel weiterhin unberührt.

1654 wurde die Île Bourbon zum zweiten Mal vorübergehend von Kleinkriminellen besiedelt.

Am 10. November 1663 ankerte die Saint Charles vor Saint-Paul bei der Grotte des Premiers Français. Die Franzosen besetzten die Île Bourbon und machten sie zu einer vollwertigen Kolonie Frankreichs. Die neue Kolonie war zugleich die erste französische Niederlassung im Indischen Ozean.


Compagnie des Indes

Während eines Jahrhunderts, von 1665 bis 1764, wurde die Réunion direkt von der Compagnie des Indes („Indien-Kompanie“) verwaltet, die vom französischen König eine entsprechende Konzession erhalten hatte. 1665 nahm der erste Gouverneur der Île Bourbon, Étienne Régnault, Vertreter der Compagnie des Indes, seine Tätigkeit auf der Insel auf. Die Kolonialverwaltung errichtete die ersten Siedlungen für die zunächst 30 bis 35 Einwohner der Insel, begann mit der Ausbeutung der Schätze der Insel (Schildkröten, Dodos, Wild ...) und vergab die ersten Handelskonzessionen. Die erste Kolonie, Camp Jacques, lag an der Mündung der Lagune von Saint-Paul.

Der endgültige Startschuss für die Kolonisierung der Insel fiel mit der Ankunft der ersten französischen Siedler. Begleitet wurden sie von Arbeitskräften aus Madagaskar, die zwar offiziell (noch) keine Sklaven waren (sondern serviteurs, also „Diener“), de facto aber den Siedlern der Compagnie stets zu Diensten zu stehen hatten. 1667 wurde das erste bekannte Kind auf der Insel geboren, aber wahrscheinlich hatten bereits die ersten madegassischen Frauen, die 1663 mit Louis Payen auf der Insel angekommen waren, Kinder zur Welt gebracht.

1667 wurden Saint-Denis, die heutige Hauptstadt Réunions, und Sainte-Suzanne gegründet; bis 1671 steigt die Einwohnerzahl der Île Bourbon auf 76. 1674 wurden die Überlebenden des Massakers von Fort Dauphin auf der Insel aufgenommen, die damit auch zum einzigen verbleibenden französischen Stützpunkt auf dem Seeweg nach Indien wurde. Die Insel zählte zum damaligen Zeitpunkt 150 Einwohner und geriet im Mutterland für einige Jahre in Vergessenheit, gedieh aber dennoch weiter.

Erst im Jahr 1680 versuchte Pater Bernardin, die Aufmerksamkeit König Ludwig XIV. wieder auf die Île Bourbon zu lenken. 1686 lebten auf La Réunion 216 Einwohner, und 1689 wurde De Vauboulon als erster Administrator und Gesetzgeber auf die Insel entsandt. Die Bedeutung der Île Bourbon für den Seeweg nach Indien wurde aber im Mutterland erst um 1700 erkannt, wodurch die Bevölkerungszahl stark anstieg: 1704 zählt die Insel bereits 734 Einwohner.

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