http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_von_Mauritius
Niederländische Zeit (1598–1710)
Niederländische Segelschiffe (1598–1637)
1598 startete eine niederländische Expedition, bestehend aus acht Schiffen von Texel (Niederlande) aus, unter dem Kommando von Admiral Jacques Cornelius van Neck und Wybrandt van Warwyck in Richtung des indischen Subkontinents. Die acht Schiffe gerieten in stürmische See, nachdem sie das Kap der Guten Hoffnung passiert hatten, und wurden getrennt. Drei Schiffe fanden ihren Weg zur Nordostküste von Madagaskar, während die übrigen fünf eine südöstlichere Route einschlugen.
Am 17. September 1598 kamen die Schiffe unter dem Kommando von Admiral van Warwyck in Sichtweite der Insel. Am 20. September landeten sie in einer geschützten Bucht und gaben ihr den Namen „Port de Warwyck“ (der heutige Name ist Grand Port), im Südosten der Insel. Sie entschieden sich, die Insel „Prins Maurits van Nassaueiland“ zu nennen, in Anlehnung an den Prinzen Moritz von Oranien (ndl. Maurits, lat. Mauritius) aus dem Haus Nassau, den Statthalter von Holland. Aus dieser Zeit ist heute nur noch der Name Mauritius erhalten. Am 2. Oktober brachen die Schiffe nach Bantam auf.
Seit dieser Zeit wurde der „Port de Warwyck“ häufig als Anlaufhafen für Zwischenstopps nach langen Monaten auf See verwendet.
1606 landete eine Expedition dort, wo heute Port Louis liegt, im Nordwesten der Insel. Die Expedition, bestehend aus elf Schiffen und 1.357 Mann unter dem Kommando von Admiral Corneille, landete an einem Strand, den sie aufgrund der vielen Landschildkröten dort „Rade des Tortues“ (Hafen der Schildkröten) nannten.
Seit dieser Zeit wählten niederländische Schiffe „Rade des Tortues“ regelmäßig als Anlaufhafen auf der Route nach Indien. Nach dem Schiffbruch und dem damit verbundenen Tod des Gouverneurs Pieter Both, der mit vier beladenen Schiffen auf dem Rückweg von Niederländisch-Indien war, verbreitete sich ab 1615 das Gerücht, dass die Route über Mauritius verflucht sei. Daraufhin versuchten niederländische Segler diese Route weitestgehend zu meiden und stattdessen den Weg über Madagaskar einzuschlagen.
In der gleichen Zeit drangen Engländer und Dänen immer weiter in den Indischen Ozean vor. Diejenigen von ihnen, die auf der Insel landeten, fällten die Ebenholzbäume, die es damals noch im Übermaß gab, und nahmen die wertvolle Rinde mit.
Niederländische Kolonialisierung (1638–1710)
Die niederländische Kolonialisierung begann 1638 und endete 1710 mit Ausnahme einer kurzen Unterbrechung zwischen 1658 und 1666.
Das Eiland war während der ersten 40 Jahre seit der Entdeckung durch die Niederländer nicht durchgehend besiedelt, aber 1638 gründete Cornelius Gooyer die erste feste Siedlung auf Mauritius als eine Garnison von 25 Einwohnern, mit dem Namen Fort Frederik Hendrik. Damit wurde er auch erster Gouverneur der Insel.
Frankreich nahm im selben Jahr die benachbarten Inseln Rodrigues und Réunion in Besitz.
1639 kamen weitere 30 Siedler, um die niederländische Kolonie zu verstärken. Gooyer wurde beauftragt, das Handelspotential der Insel auszuweiten, aber schließlich wegen Erfolglosigkeit abberufen. Sein Nachfolger wurde Adriann van der Stel, der begann, Ebenholzrinde zu exportieren. Für diesen Zweck kaufte Van der Stel 105 madegassische Sklaven. Innerhalb der ersten Woche gelang es 60 Sklaven in die Wälder zu flüchten und nur etwa 20 von ihnen konnten schließlich wieder zurückgeholt werden.
1644 mussten die Einwohner einige Schicksalsschläge wie Zyklone, schlechte Ernten und Verspätungen von Versorgungsschiffen überwinden. In diesen Monaten lebten die Kolonisten lediglich vom Fischen und Jagen. Nichtsdestoweniger sicherte sich van der Stel die Zusendung von 95 weiteren Sklaven aus Madagaskar, bevor er nach Sri Lanka versetzt wurde. Sein Nachfolger wurde Jacob van der Meersh. 1645 ließ dieser sich 108 weitere Sklaven aus Madagaskar bringen. Van der Meersh verließ Mauritius 1648 und wurde durch Reinier Por ersetzt.
In den Jahren 1652 bis 1657 mussten die Bewohner weitere Nöte überstehen. Die Bevölkerung zu dieser Zeit betrug etwa 100 Siedler. 1657 bat die Bevölkerung aufgrund der anhaltenden Belastungen endlich um Evakuierung von der Insel. Am 16. Juli 1658 verließen nahezu alle Einwohner das Eiland. Ausnahmen bildeten lediglich ein Junge und zwei Sklaven, die im Wald einen Unterschlupf gefunden hatten.Auf diese Weise schlug der erste Versuch der Niederländer, die Insel zu kolonialisieren, fehl.
Ein zweiter Versuch wurde 1664 unternommen. Allerdings überließen die dafür ausgewählten Männer den kranken Kommandanten van Niewland seinem Schicksal worauf dieser starb.
Von 1666 bis 1669 baute Dirk Jansz Smiet eine neue Kolonie am Grand Harbor auf, mit der Hauptaufgabe des Abholzens und Exportes von Ebenholz. Als Dirk Jansz Smiet die Insel verließ, wurde er von George Frederik Wreeden ersetzt. Der ertrank 1672 zusammen mit fünf anderen Kolonisten bei einer Aufklärungsexpedition.
Sein Nachfolger wurde Hubert Hugo. Er war ein Mann mit Visionen, der die Insel in eine landwirtschaftliche Kolonie verwandeln wollte. Seine Vision wurde von seinen Vorgesetzten aber nicht unterstützt und er konnte seine Ideen daher nicht voll umsetzen. Isaac Johannes Lamotius wurde neuer Gouverneur, als Hugo 1677 die Insel verließ. Lamotius regierte bis 1692, bis er nach Batavia (heute Jakarta) versetzt wurde.
So wurde 1692 Roelof Deodati zum neuen Gouverneur ernannt. Obwohl er versuchte die Insel weiter zu entwickeln, musste er wiederholt große Probleme meistern. Diese waren – wie in den 1650ern – Zyklone, Dürren, Schädlingsplagen, aber auch Rinderseuchen. Deodati gab schließlich entmutigt auf und wurde von Abraham Momber van de Velde ersetzt. Diesem erging es nicht besser und er war schließlich der letzte niederländische Gouverneur auf Mauritius.
1710 verließen die Niederländer die Insel endgültig. Mauritius war fast vollständig abgeholzt und die Tierbestände (wie beispielsweise die der Dodos) ausgerottet bzw. stark dezimiert.
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